Performance in SOLIDWORKS Teilen [Technik-Tipp]

In der Hotline kommt es immer wieder vor, dass wir Teile sehen, welche nicht ideal eingestellt und somit sehr hohe Wiederaufbauzeiten haben. Dies mindert natürlich die Performance im gesamten System, deshalb will ich Ihnen im heutigen Blogbeitrag ein paar Tipps für eine bessere Performance in Teilen mitgeben. Viel Spaß beim Lesen!

Für die Performance in einem Bauteil ist die Dateigröße nicht ganz unerheblich. Speziell wenn diese Dateien über ein Netzwerk lädt und Baugruppen mit vielen unterschiedlichen dieser Teile hat. Deshalb wollen wir im ersten Schritt auch die Dateigröße betrachten. In unserem Beispiel haben wir ein Bauteil mit fünf einfachen Features, welches schon eine Dateigröße von 1,02 MB aufweist.

Dateigroeße_Bauteil_in_SOLIDWORKS

Natürlich ist die Ladezeit dieses Teils von einer lokalen Festplatte denkbar gering. Bemühe ich aber mal die „Leistungsbewertung“ auf dem „Evaluieren“-Reiter des Befehlsmanagers, dann kann ich gut erkennen, dass das Kreismuster fast 93% der gesamten Wiederaufbauzeit benötigt. Wahrscheinlich ist hier auch ein wesentlicher Teil der Dateigröße enthalten.

Leistungsbewertung Beispiel Zahnrad

Durch einige Versuche konnte ich dies verifizieren. Ich habe das Teil exportiert (als Parasolid) und wieder importiert, was kaum Einfluss auf die Dateigröße hatte. Außerdem hatte ich noch einige andere Methoden ausprobiert, um diese etwas einzuschränken. Das beste Ergebnis hatte ich am Ende mit der Unterdrückung des Kreismusters. Wird die Datei mit unterdrücktem Muster gespeichert, ist sie nur noch 248 KB groß.

unterdrücktes Muster

Mit dieser Erkenntnis ist es nun erforderlich, dass wir uns eine Methode überlegen, wie wir eine performante Version eines Bauteils schaffen können. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, die wir uns im Folgenden anschauen wollen.

Wenn das Kreismuster wie in unserem Beispiel am Ende des Featurebaums liegt, kann das Bauteilende nach oben geschoben werden und somit das Feature aus der Berechnung ausgeschlossen werden. Eine zweite Möglichkeit ist das Unterdrücken des Kreismusters. Beide Varianten ergeben die gleiche Einsparung in der Dateigröße und in der Neuaufbauzeit im Teil.

Variante mit verschobenen Bauteilende
Variante mit dem verschobenen Bauteilende

Variante mit unterdrücktem Kreismuster

Variante mit unterdrücktem Kreismuster

Ein weiteres „Stellrad“ für die Performance in einem Bauteil kann die Bildqualität in den Dokumenteneinstellungen sein. Hierbei wird zwar die Dateigröße wenig beeinflusst, jedoch wird die Grafikkarte deutlich entlastet. Insbesondere wenn viele dieser Komponenten in einer Baugruppe dargestellt werden müssen. Die Bildqualität ist in folgendem Dialog einzustellen:

Bildqualität

Die Bildqualität ist im ersten Drittel der Skala immer noch gut und so würde meine Empfehlung zur Einstellung auch ausfallen. Siehe dazu den blauen Pfeil als Orientierungshilfe. Mit dieser Einstellung können wir bei diesem Bauteil mehr als 10000 Grafikdreiecke einsparen, welche von der Grafikkarte schon nicht mehr berechnet werden müssen.

Soweit will ich es mit den Performance Einsparungen für dieses Mal belassen. Im nächsten Beitrag von DPS werden wir uns anschauen, wie wir mit ein paar einfachen Befehlen fast automatisch zu performanten Baugruppen mit vereinfachten Teilen kommen. Seien Sie gespannt und schauen Sie einfach wieder hier im Blog vorbei.

Weitere Tipps zur schnelleren Arbeit in SOLIDWORKS gibt es auch auf: www.iknow-solidworks.de

Ein Beitrag von Thomas Fochler – DPS Software GmbH

DPS Software

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1997 gegründet, unterstützt DPS die komplette Wertschöpfungskette seiner Kunden. Von der Konstruktion, über die Berechnung und Fertigung bis hin zur Datenverwaltung und der Abbildung der damit verbundenen kaufmännischen Prozesse. Das Software-, Beratungs- und Serviceangebot der DPS beruht auf den Produkten weltweit führender Softwareunternehmen: SOLIDWORKS von Dassault Systèmes, die CAM-Produkte von SolidCAM sowie SWOOD von EfiCAD. Mit der 3DEXPERIENCE Plattform von SOLIDWORKS bietet DPS zudem eine Cloud-Lösung, die höchste Flexibilität für zukünftige Entwicklungen bietet. Darüber hinaus werden eigene DPS Module und Applikationen vertrieben. Eine starke Kompetenz für ERP-Anbindungen rundet das Angebot von DPS ab. Mit über 190 Mitarbeitern an 14 Standorten in unterstützt DPS über 7.000 Kunden – immer in dem Bestreben Mehrwerte wie Reduzierung der Kosten, Verkürzung der Markteinführungszeiten und Verbesserung der Produktqualität für seine Kunden zu erzielen.