Tag 2 der 3DEXPERIENCE World 2026: Die Highlights im Überblick

Kaum zu glauben, dass wir gestern bereits den zweiten Tag der 3DEXPERIENCE World 2026 erlebt haben. Und wer in Houston dabei war, hat es deutlich gespürt: Die Spannung lag in der Luft – insbesondere rund um die General Sessions mit einem mit großer Erwartung angekündigten Speaker. Das zentrale Thema des Tages war Künstliche Intelligenz (KI).

Pascal Daloz, CEO von Dassault Systèmes, eröffnete den zweiten Tag der General Sessions und sprach über die zentrale Bedeutung von KI für die Industrie.

SOLIDWORKS definiert die Zukunft des Engineerings neu – gemeinsam mit seiner einzigartigen Community aus einigen der weltweit fähigsten und anspruchsvollsten Ingenieurinnen und Ingenieuren: Menschen, die Produkte entwickeln und bauen, die in der Realität funktionieren müssen. Als führendes AI-First-Engineering-Softwareunternehmen nutzt Dassault Systèmes über 40 Jahre industrielle Erfahrung, um wirkungsvolle, wissenschaftlich fundierte KI-Lösungen zu entwickeln.

Im nächsten Programmpunkt bat Pascal einen echten Schwergewichtsgast der Tech-Welt auf die Bühne: Jensen Huang, Gründer und CEO von NVIDIA. Gemeinsam sprachen sie über die langjährige Partnerschaft zwischen Dassault Systèmes und NVIDIA mit dem Ziel, die leistungsstärkste industrielle KI-Plattform der Welt aufzubauen.

In Partnerschaft mit NVIDIA befähigt Dassault Systèmes Millionen von Ingenieurinnen und Ingenieuren, komplexe Systeme schneller, zuverlässiger und in größerem Maßstab zu entwerfen, zu simulieren und zu betreiben. Durch sogenannte World Models – aufgebaut auf Physik, Engineering-Know-how, Lifecycle-Daten und geistigem Eigentum – wird beschleunigtes Computing in echtes, handlungsrelevantes Verständnis übersetzt.

Anlässlich ihrer 20-jährigen Partnerschaft zeigten Dassault Systèmes und NVIDIA eindrucksvoll, wie sie die Engineering-Community weiterhin mit wegweisenden Innovationen und praxisnahen Anwendungen inspirieren. Kundenreferenzen und priorisierte Use Cases verdeutlichten das enorme Potenzial der gemeinsamen Lösungen.

Die vorgestellte industrielle KI-Architektur vereint Virtuelle Zwillinge und KI und ist skalierbar einsetzbar. Wissenschaftlich validierte World Models positionieren industrielle KI als missionskritisches System of Record – nicht als isolierte Einzellösung. Die von NVIDIA beschleunigte und von Dassault Systèmes wissenschaftlich fundierte Plattform eröffnet neue Wege der langfristigen Wertschöpfung in Biologie, Materialwissenschaften, Engineering und Fertigung – durch eine neue Art der Zusammenarbeit: qualifizierte virtuelle Begleiter.

Auch Manish Kumar, CEO von SOLIDWORKS, betrat die Bühne und stellte spannende Neuerungen und Innovationen vor. Zudem kamen KI-fokussierte Kunden zu Wort, die zeigten, wie fortschrittliche KI-Funktionen Zeit sparen, manuellen Aufwand reduzieren und die Präzision in der Konstruktion erhöhen. Gemeinsam wurde ein klares Bild davon gezeichnet, wie die Zukunft der Konstruktion aussehen wird.

„KI ist grundlegend für jede Branche. Wir wachsen so schnell, weil jeder sie braucht. Das ist der Beginn einer neuen industriellen Revolution. Dassault Systèmes ist der Motor dieser Revolution.“

Die Zukunft gestalten: Virtuelle KI-Begleiter in der Konstruktion

Am zweiten Tag wurde deutlich: Cloud-Technologie ist nur so leistungsfähig wie die Menschen, die sie nutzen. Rechenleistung und Chips liefern den Antrieb – doch die Engineering-Community entscheidet, wohin die Reise geht.

Im Fokus stand, wie „kognitive Energie“ die Produktentwicklung verändert. Dabei ging es nicht darum, Konstrukteure zu ersetzen, sondern sie zu befähigen. Der Schwerpunkt hat sich klar von theoretischen Möglichkeiten hin zu praxisnahen, KI-gestützten Werkzeugen verlagert: den Virtuellen Companions.

Große Ankündigungen gab es rund um AURA, LEO, Marie sowie zur umfassenden Integration von KI in die 3DEXPERIENCE Plattform – insbesondere in SOLIDWORKS und DELMIAWorks.

Das Zeitalter der Virtuellen Companions

KI wurde als Expertenpartner vorgestellt – nicht als automatisierter Ersatz. Die virtuellen Begleiter unterstützen bei Ideation, Konstruktionsänderungen und Simulationen und helfen dabei, Projekte termingerecht umzusetzen, indem sie Reibung zwischen Kreativität und finalem Modell reduzieren.

2026 markiert dabei einen deutlichen Schritt nach vorn in der praktischen Anwendung dieser Werkzeuge im Arbeitsalltag.

Ideation und Struktur mit AURA und LEO

Große Konstruktionen beginnen mit Neugier. Der Schutz des geistigen Eigentums ist gerade in den frühen Phasen der Entwicklung entscheidend.

Private Ideation mit AURA

AURA arbeitete direkt in SOLIDWORKS und ermöglichte es, Optionen zu erkunden und Inspiration sicher zu suchen. Im Gegensatz zu offenen Web-Tools blieben die Suchanfragen privat. Konzepte konnten iteriert werden, ohne Ideen in den öffentlichen Raum zu geben.

Vom Konzept zur Baugruppe mit LEO

Sobald eine Idee Form annahm, half LEO dabei, die Lücke zwischen Konzept und realer Struktur zu schließen.

  • Generative Baugruppen: LEO konnte genutzt werden, um direkt eine Baugruppenstruktur zu generieren. Dadurch entfiel der Start bei null.
  • 2D zu 3D: Barrieren zwischen Inspiration und Konstruieren wurden abgebaut. LEO unterstützte bei der Umwandlung einfacher Bilder in 3D-Meshes.
  • Fehleranalyse: Treten Konstruktionsfehler auf, analysierte LEO das Problem und führte Schritt für Schritt zur Lösung – wie ein Experte direkt am Arbeitsplatz.

Mit den eigenen Daten sprechen

Eine der bedeutendsten Neuerungen war die Möglichkeit, mit dem Modell in natürlicher Sprache zu interagieren. Statt sich durch zahlreiche Menüs zu bewegen, konnten Anwender ihre Baugruppen direkt befragen.

Fragen wie „Wie viele Teile enthält meine Baugruppe?“ oder „Welche Teile bestehen aus Aluminium?“ wurden sofort beantwortet. Auch umfassende Änderungen – etwa Materialanpassungen über eine gesamte Baugruppe hinweg – ließen sich per Texteingabe ausführen. Der Fokus verlagerte sich damit von zeitaufwendigen manuellen Schritten hin zur eigentlichen Konstruktionsabsicht.

KI über die Konstruktion hinaus

Die Bereitstellung eines Produkts erforderte mehr als nur ein 3D-Modell. Projektmanagement, Fertigung und regulatorische Anforderungen spielten eine zentrale Rolle.

Projekttransparenz mit ENOVIA

Konstruktionsprobleme entstanden häufig durch fehlende Abstimmung zwischen Teams und Planung. LEO erweiterte den ENOVIA Project Planner, indem Status zusammengefasst und Risiken sichtbar gemacht wurden. Fragen wie „Was blockiert diesen Release?“ konnten sofort beantwortet werden – ohne Dashboards oder Tabellen durchsuchen zu müssen.

Fertigung mit DELMIAWorks

Für Fertigungsunternehmen setzte sich die Arbeit bis auf den Shopfloor fort. LEO wurde in DELMIAWorks integriert, um ERP- und MES-Interaktionen zu vereinfachen. Statt komplexer Formulare konnten Anwender LEO nach Auftragsstatus, Lieferterminen oder Kostenaufschlüsselungen fragen – und erhielten umgehend Antworten.

Wissenschaftliche Simulation und Compliance

Komplexe Aufgaben wurden vereinfacht, sodass sich jeder Anwender wie ein Simulationsexperte fühlen konnte. KI unterstützte beim Aufsetzen anspruchsvoller Szenarien, etwa bei Falltests für Medizingeräte.

Darüber hinaus wurde auch die regulatorische Compliance – oft der komplexeste Teil der Medizintechnik – deutlich vereinfacht. LEO konnte umfangreiche gesetzliche Vorgaben lesen und in konkrete Anforderungen übersetzen sowie Qualitäts- und Testdokumente extrahieren. Das sparte Zeit und erhöhte die Genauigkeit.

Das Fundament: Daten und Feedback

Um diese neue Generation von Werkzeugen nutzen zu können, mussten Daten strukturiert und zugänglich sein. SOLIDWORKS priorisierte daher die Verlagerung von Daten auf die 3DEXPERIENCE Plattform, um sie optimal für die KI-Integration vorzubereiten.

Gleichzeitig wurde betont, dass Innovation nicht ausschließlich durch KI definiert wird. Auf Basis von Anwenderfeedback wurden über 200 Verbesserungen außerhalb von KI vorgestellt. Die „Top-10“-Listen der Community wurden intensiv berücksichtigt, und mehr als 30 konkrete Wünsche zur Verbesserung der Kernfunktionalität wurden umgesetzt.

Die Zukunft der Konstruktion wurde dabei klar definiert: Nicht Automatisierung ersetzt den Menschen – sondern bessere Werkzeuge stärken ihn. KI ist das neueste und leistungsfähigste Werkzeug im Werkzeugkasten. Kreativität und Durchhaltevermögen bleiben die entscheidenden Erfolgsfaktoren.

Dassault Systèmes und SOLIDWORKS bekräftigten ihr Engagement, diese Werkzeuge gezielt für die Anforderungen der Anwender weiterzuentwickeln. Durch die Integration von Virtuellen Companions in den Arbeitsablauf konnte der Fokus stärker auf das Produkt und weniger auf den Prozess gelegt werden.

Customer Spotlight

Als Nächstes betrat Suchi Jain, Vice President Strategy & Business Development, die Bühne. Er eröffnete seinen Beitrag mit einer Frage, die er immer wieder höre: Wird KI Ingenieurinnen und Ingenieure ersetzen? Seiner Einschätzung nach sei das jedoch die falsche Frage.

“Denn die besten Ideen? Sie kamen schon immer von Menschen. Von Vision, Intuition und Emotion. KI hilft uns, schneller zu werden. Mehr zu erkunden. Aber den Funken – den liefern Sie.”

Anschließend begrüßte Suchi drei Gründer, die genau diesen Funken genutzt und daraus Außergewöhnliches geschaffen hatten – Unternehmen, die KI nicht als Ziel, sondern als Verstärker menschlicher Vorstellungskraft einsetzen.

Zu den vorgestellten Gründern gehörten:

  • Dr. Xiaoguang Zhang, Gründer von Westwood Robotics
  • Dr. Aadeel Akhtar, Gründer von PSYONIC, Marktführer für fortschrittliche bionische Hände für Menschen und Roboter.
  • Russell Layton von Sparx

Alle drei Unternehmen zeigten eindrucksvoll, wie KI genutzt werden kann, um Innovationen voranzutreiben und Produkte deutlich schneller weiterzuentwickeln. Sämtliche vorgestellten Unternehmen stammen aus dem SOLIDWORKS for Startups Programm.

Westwood Robotics

Den Anfang machte Dr. Xiaoguang Zhang, Gründer von Westwood Robotics. Suchis erste Frage zielte darauf ab, wie Xiaoguangs Weg in die Robotik begann.

„Ich war schon immer von humanoiden Robotern fasziniert. Ich war zehn Jahre alt, als ich ASIMO zum ersten Mal laufen sah – und war sofort besessen. 2015 nahm ich als Doktorand an der DARPA Robotics Challenge teil. Doch der Moment, in dem selbst die bewunderten humanoiden Roboter nicht einmal die einfachsten Aufgaben bewältigen konnten, war ein Weckruf. Das brachte mich und meine Kollegen dazu, uns auf die Grundlagen zu konzentrieren – insbesondere auf neue Antriebstechnologien und Regelungsalgorithmen. Daraus entstand Westwood Robotics: ein Unternehmen, das Roboter näher an den Menschen bringt und humanoide Roboter zu verlässlichen Teamkollegen macht.“

Um die hohe mechanische Komplexität in der Robotik zu beherrschen, setzte Westwood Robotics auf SOLIDWORKS Simulation, um Strukturverhalten und thermische Performance frühzeitig zu validieren – noch bevor das erste Metall geschnitten wurde.

„So konnten wir Konstruktionsentscheidungen schnell unter realistischen Belastungen testen, Schwachstellen frühzeitig erkennen und fundierte Abwägungen zwischen Festigkeit, Verformung, Wärmeentwicklung und Zuverlässigkeit treffen – ohne Zeit durch wiederholte physische Prototypen zu verlieren. Zusätzlich nutzten wir Topologieoptimierung, um unnötige Masse systematisch zu entfernen und gleichzeitig die Steifigkeit zu erhalten. Das ist entscheidend, da jedes Gramm Auswirkungen auf Dynamik, Energieverbrauch und Regelungsverhalten hat.“

PSYONIC

Im Anschluss sprach Suchi mit Dr. Aadeel Akhtar, dem Gründer von PSYONIC, dem führenden Anbieter fortschrittlicher bionischer Hände für Menschen und Roboter.

Aadeel erklärte, wie das Flaggschiffprodukt des Unternehmens – die Ability Hand – entstanden ist: „Ich wollte schon mit sieben Jahren bionische Gliedmaßen entwickeln. Meine Eltern stammen aus Pakistan, und bei einem meiner ersten Besuche dort traf ich ein Mädchen in meinem Alter, dem ein Bein fehlte. Sie lebte in Armut und nutzte einen abgebrochenen Ast als Krücke. Dieses Erlebnis hat mich nachhaltig geprägt und den Wunsch geweckt, hochentwickelte bionische Gliedmaßen zu entwickeln, die für alle zugänglich sind.“

Die Ability Hand ist heute die schnellste am Markt, extrem robust, die erste ihrer Art mit taktilem Feedback und zudem von Medicare anerkannt. Rund 300 Menschen nutzen sie als Prothese, und über 50 Robotikunternehmen – darunter NASA, Meta, Amazon, Google, Apptronik, Mercedes-Benz sowie führende Industrie-, Automobil- und Brain-Machine-Interface-Unternehmen – setzen sie ein.

Auf die Frage, was als Nächstes für PSYONIC anstehe, sagte Aadeel: „In fünf Jahren sehe ich Roboter als selbstverständliche Teamkollegen in Produktion und Alltag. Menschen definieren Ziele, treffen Entscheidungen und managen Ausnahmen – Roboter übernehmen physische, repetitive oder riskante Aufgaben zuverlässig und sicher. Mit ihrer Hilfe werden mehr Aufgaben pro Stunde zu geringeren Kosten erledigt, während sich Menschen auf das konzentrieren können, was wirklich menschliche Intelligenz erfordert.“

Die Mission von SPARX ist klar: die Entwicklung eines automatisierten Schlittschuh-Schärfers der nächsten Generation – mit extremen Anforderungen an Präzision und Performance, bei gleichzeitig reduzierten und kosteneffizienten Prototypzyklen.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzte SPARX auf SOLIDWORKS Konstruktion und SOLIDWORKS Simulation, um das Produktdesign neu zu denken, die strukturelle Performance virtuell zu optimieren und kritische Themen wie Steifigkeit, Lastübertragung und Kinematik zu lösen, noch bevor physische Hardware gebaut wurde.

“SOLIDWORKS ist unsere Geheimwaffe im Engineering-Prozess“, erklärte Russell Layton. „Die Möglichkeit, Konstruktionen schnell und effizient über parametrische Modelle zu iterieren und gleichzeitig selbst kleinste Details für maximale Performance zu optimieren, ist von unschätzbarem Wert. SOLIDWORKS ist der Schlüssel dafür, dass SPARX an der Spitze der Innovation in unserem Markt bleibt.”

Russell ergänzte: „Ich war Maschinenbauingenieur, Hockeyspieler und Vater – und hatte eine naive Missachtung dessen, was angeblich unmöglich ist. Ich war schon immer Unternehmer und suchte nach einem Problem, das es zu lösen galt. Heute verkaufen wir unsere Produkte in über 30 Ländern, führen jährlich mehr als 10 Millionen Schleifvorgänge durch und haben über 100.000 Nutzer weltweit – von Profi-Teams über Universitäten und Sportgeschäfte bis hin zu Eishallen und Hockeyfamilien. Es ist beeindruckend zu sehen, welchen Einfluss unser Produkt auf den Eissport hatte.“

Eine ausführliche Case Study darüber, wie SPARX mit SOLIDWORKS seine eigene Wettbewerbsfähigkeit schärft, ist hier verfügbar: http:www.solidworks.com/SparxHockey

Gestern stand ganz im Zeichen der Begeisterung rund um Künstliche Intelligenz. Heute feiern wir die großartige SOLIDWORKS Community.

Vielen Dank an alle, die gestern vor Ort oder per Livestream dabei waren! Schalten Sie heute unbedingt wieder ein zur Berichterstattung von Tag zwei der 3DEXPERIENCE World 2026 auf SOLIDWORKS LIVE – und für alle, die nicht in Houston sind, gibt es hier den Recap:

Dassault Systèmes bietet mit SOLIDWORKS und den cloudbasierten 3DEXPERIENCE Works Lösungen komplette 3D-Softwarewerkzeuge zum Erstellen, Simulieren, Publizieren und Verwalten Ihrer Daten im Produktentwicklungsprozess und bietet zudem die notwendigen Tools zur Fertigung und Prüfung. Die Softwarelösungen sind leicht erlernbar und anwendbar und lassen sich zusammen einsetzen, damit Sie Ihre Produkte besser, schneller und kostengünstiger entwickeln können. Ein Fokus liegt nach wie vor auf der Benutzerfreundlichkeit, was immer mehr Ingenieuren, Konstrukteuren und anderen Technikern die Möglichkeit gibt, die Vorteile von 3D zur praktischen Umsetzung ihrer Konstruktionen zu nutzen.