KI in SOLIDWORKS rechnet sich: messbarer ROI mit LEO. Vier konkrete Anwendungsbeispiele

Wenn Engineering-Teams über KI sprechen, hören sie häufig zwei Dinge: große Versprechen und vage Zahlen. Was fehlt, sind belegbare Ergebnisse aus der realen Konstruktionspraxis. Dieser Beitrag zeigt vier konkrete Anwendungsfälle, in denen LEO – der KI-Begleiter für Ingenieure in SOLIDWORKS – messbare Zeitersparnisse liefert. Das sind Zahlen, die sich in Ihrem eigenen Betrieb replizieren lassen.

Was LEO ist – und was LEO nicht ist

LEO ist kein generisches Chatbot-Tool. LEO ist ein spezialisierter KI-Begleiter, der direkt in SOLIDWORKS Design integriert ist und den Kontext Ihrer aktuellen Konstruktionsumgebung versteht: welches Bauteil Sie bearbeiten, welche Abhängigkeiten bestehen, welche Workflows relevant sind.

Das unterscheidet LEO von allgemeinen Sprachmodellen wie ChatGPT oder Gemini. Ein Standard-LLM antwortet auf Basis von Textmustern. LEO arbeitet auf Basis von Geometrie, Physik und Engineering-Kontext. So entstehen Ergebnisse, die direkt in der Konstruktionsumgebung bewertet und angewendet werden können.

Anwendungsfall 1: Baugruppen-Performance – 84 % Zeitersparnis

Das Problem: Große Baugruppen brauchen Zeit zum Öffnen. Für Testzwecke haben wir eine durchschnittliche Baugruppe verwendet, die 52 Sekunden zum Öffnen benötigte. Das klingt zunächst nicht nach einem großen Zeitaufwand. Doch betrachten wir den Effekt im Arbeitsalltag: Fünf Ingenieure öffnen eine große Baugruppe viermal täglich. Bei 52 Sekunden Ladezeit pro Vorgang verliert das Team täglich über 17 Minuten – rund 1,5 Stunden pro Woche und mehr als 70 Stunden pro Jahr. Ein kleiner Zeitverlust pro Vorgang summiert sich so zu einem messbaren Produktivitätsverlust.

Was LEO macht: LEO analysiert Öffnungszeit, Neuaufbau-Zeit, Bildqualität und Strukturkomplexität. Anschließend priorisiert LEO die wirkungsvollsten Maßnahmen – etwa SpeedPak, die Vereinfachung von Gewinden oder das Unterdrücken von Komponenten – und setzt sie um.

Ergebnis: Die Öffnungszeit verringert sich von 52 auf 8 Sekunden. Eine Reduktion um ~84 %.

Prompt-Beispiel: „Analyse my assembly performance and recommend high-value actions to improve its performance.” also „Analysiere die Leistung meiner Baugruppe und schlage wirkungsvolle Maßnahmen zur Leistungssteigerung vor.“

Das Interessante an diesem Anwendungsfall: Ingenieure akzeptieren die Wartezeit als normal. Der Kostenfaktor ist es nicht.

Anwendungsfall 2: Änderungsrisiken vor dem Speichern erkennen – 80–99 % schneller

Das Problem: Ein Ingenieur ändert die Abmessungen eines Bauteils. Welche nachgelagerten Komponenten davon betroffen sind, ist ohne umfassende manuelle Prüfung nicht sofort erkennbar. Fehler dieser Art werden häufig erst in der Fertigung entdeckt – zu einem Zeitpunkt, an dem Nacharbeit teuer ist.

Was LEO macht: Noch bevor die Änderung gespeichert wird, identifiziert LEO alle betroffenen Elemente wie z.B. Skizzen und Features und bewertet das Änderungsrisiko als niedrig oder hoch. So erkennen Ingenieure mögliche Auswirkungen ihrer Änderung, bevor sie diese Entscheidung umsetzen.

Ergebnis: 80–99 % schneller als manuelle Prüfprozesse. Fehler werden im Konstruktionsprozess abgefangen, nicht in der Fertigung.

Prompt-Beispiel im Video: „I replaced the existing motor with a high-power motor. If I increase the ‘SHAFT-HEAD ASSY’ pivot pin diameter from 16 mm to 18 mm, what would be impacted in my design?” also „Ich habe den bisherigen Motor durch einen Motor mit höherer Leistung ersetzt. Wenn ich den Durchmesser des Schwenkzapfens der „SHAFT-HEAD ASSY“ von 16 mm auf 18 mm erhöhe, welche Auswirkungen hätte das auf meine Konstruktion?“

Dieser Anwendungsfall ist besonders wertvoll für Teams, die komplexe Baugruppen mit vielen Abhängigkeiten verwalten.

Anwendungsfall 3: Montageanleitungen automatisch generieren – 80–99 % Zeitersparnis

Das Problem: Explosionsansichten und Montageanleitungen werden manuell erstellt. Je nach Baugruppenumfang kann das Stunden bis Tage dauern. Die Ergebnisse sind oft inkonsistent und können beim Fertigungsübergang oder in der Servicedokumentation zum Engpass werden.

Was LEO macht: LEO generiert automatisch Explosionsansichten als Konfiguration mit präzisen Abständen und Positionen und erstellt daraus Schritt-für-Schritt-Montageanleitungen mit visuellen Snapshots – direkt aus der 3D-Geometrie.

Ergebnis: Was vorher Stunden bis Tage dauerte, dauert jetzt Minuten. Zeitersparnis: 80–99 %.

Prompt-Beispiel im Video: „Generate instructions for assembling each component in this assembly.” also „Erstelle eine Montageanleitung, in deutscher Sprache, der einzelnen Komponenten in dieser Baugruppe“

Anwendungsfall 4: Workflow-Automatisierung ohne Programmierkenntnisse – 99,9 % Zeitersparnis

Das Problem: Repetitive Aufgaben – Umbenennen, Exportieren, Standards anwenden – werden manuell erledigt, weil das Schreiben von Makros API-Kenntnisse erfordert, die die meisten Ingenieure nicht haben. Für Teams bedeutet das: Zeit fließt in wiederkehrende Aufgaben, statt in wertschöpfende Konstruktionsarbeit.

Was LEO macht: Beschreiben Sie den Workflow in natürlicher Sprache. LEO generiert ein funktionsfähiges Makro. Es ist kein Coding erforderlich. Wiederholbare Workflows werden zu Ein-Klick-Operationen.

Vorher: Eine Baugruppe mit 56 einzigartigen Bauteilen. Das manuelle Anwenden von Custom Properties (Masse, Schwerpunkt, Volumen) dauerte ~40 Sekunden pro Bauteil – also 56 × 40 Sekunden = 37 Minuten 20 Sekunden.

Nachher: LEO generiert das entsprechende Makro in 2 Minuten 30 Sekunden. Die Ausführung dauert danach nur noch Sekunden – jedes Mal. Zeitersparnis: 99,9 %.

Prompt-Beispiel im Video: „Create a SOLIDWORKS VBA macro for the active assembly that recursively traverses the entire assembly tree for every part, adds custom properties for actual values of Volume, Surface Area, and Centre of Mass.” also „Erstelle ein SOLIDWORKS-VBA-Makro für die aktive Baugruppe, das den gesamten Baugruppenbaum für jedes Teil rekursiv durchsucht, und die benutzerdefinierten Eigenschaften für den tatsächlichen Werte von Volumen hinzufügt.“

Häufige Einwände – und was dahintersteckt

„KI halluziniert – das können wir uns in der Konstruktion nicht leisten.”

Das ist ein berechtigter Einwand. SOLIDWORKS adressiert ihn direkt: LEO arbeitet auf Basis von Geometrie, Physik und Engineering-Kontext, nicht auf Basis von Textwahrscheinlichkeiten. Outputs werden in der realen Konstruktionsumgebung validiert. Und: Die Entscheidungshoheit bleibt beim Ingenieur. LEO unterstützt, empfiehlt und handelt – aber Sie behalten die Kontrolle.

„Unsere Daten sind zu sensibel für die Cloud.”

SOLIDWORKS trainiert keine KI-Modelle mit proprietären Kundendaten. Ihre Konstruktionsdaten bleiben Ihr geistiges Eigentum. Alle Details zu Sicherheitsprotokollen und Datenschutzstandards finden Sie im 3DS Trust Center.

„Wir sind nicht auf dem neuesten Release.”

Sie sind damit nicht allein. Der Einstieg in SOLIDWORKS KI ist der praktische Anlass, den Upgrade-Zeitplan zu überdenken – nicht aus technologischer Pflicht, sondern weil der messbare ROI die Investition rechtfertigt.

So starten Sie heute

Der Einstieg in SOLIDWORKS KI ist bewusst einfach gehalten. Sie können die Funktionen ohne Implementierung direkt in Ihrer bestehenden SOLIDWORKS Umgebung kennenlernen und mit eigenen Projekten testen. Mit der Versionslieferung FD03x2026 sind in jeder cloudfähigen SOLIDWORKS Design Lizenz 2.100 Blue Token (evtl. Link zu lokalisiertem Blog) enthalten, die als Pool von den jeweiligen Administratoren eines Unternehmens verwaltet werden. Dieses Paket ermöglicht es, grundlegende KI-Funktionen direkt in SOLIDWORKS zu testen. Der Tokenverbrauch richtet sich nach der Komplexität der gestellten Aufgabe.

  1. Aktualisieren Sie auf die aktuelle Version von SOLIDWORKS Design.
  2. Aktivieren Sie Cloud Services – diese sind bereits in jeder SOLIDWORKS Design Lizenz ab 2023 enthalten.
  3. Öffnen Sie den AI-Lab-Aufgabenbereich direkt in SOLIDWORKS Design.
  4. Testen Sie LEO und die eingebetteten KI-Features mit Ihren eigenen Projekten und Daten.

LEO entwickelt sich rasant weiter. Mit unserem Continuous-Delivery-Modell erhalten Sie bis zu 30 Updates pro Jahr – direkt in SOLIDWORKS. Was heute beginnt, wird morgen zum Standard. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um die neuen Funktionen zu testen. Und der erste Schritt kostet Sie nichts außer ein paar Minuten.

Entdecken Sie SOLIDWORKS KI unter SOLIDWORKS.com/de oder sprechen Sie direkt mit Ihrem SOLIDWORKS Ansprechpartner.

Die Frage ist nicht mehr, ob KI im Engineering einen Mehrwert schafft. Die Frage ist, wie viel Mehrwert Ihr Team täglich liegen lässt.

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Dassault Systèmes bietet mit SOLIDWORKS und den cloudbasierten 3DEXPERIENCE Works Lösungen komplette 3D-Softwarewerkzeuge zum Erstellen, Simulieren, Publizieren und Verwalten Ihrer Daten im Produktentwicklungsprozess und bietet zudem die notwendigen Tools zur Fertigung und Prüfung. Die Softwarelösungen sind leicht erlernbar und anwendbar und lassen sich zusammen einsetzen, damit Sie Ihre Produkte besser, schneller und kostengünstiger entwickeln können. Ein Fokus liegt nach wie vor auf der Benutzerfreundlichkeit, was immer mehr Ingenieuren, Konstrukteuren und anderen Technikern die Möglichkeit gibt, die Vorteile von 3D zur praktischen Umsetzung ihrer Konstruktionen zu nutzen.