In eDrawings Mobile war AR schon integriert, bevor sie durch Pokémon Go cool wurde

Egal wo ich in meinem Wohnort Chicago unterwegs bin, überall sehe ich Leute, die wie gebannt auf ihre Handybildschirme starren. Das ist doch nichts Neues, höre ich Sie sagen. Sind viele Leute nicht schon seit Längerem von diesen handtellergroßen Computern abhängig? Ja sicher, aber inzwischen halten viele ihr Telefon hoch in die Luft und lassen sich zu einem scheinbar unsichtbaren Ziel navigieren. Komisch, dachte ich beim ersten Mal. Aber ich habe schnell festgestellt, dass diese Leute nicht einfach mit ihren Telefonen interagieren, sondern beim Spiel Pokémon Go in einer erweiterten Realität auf der Jagd nach Pokémon Figuren sind.

Diese Pikachu Figur hat Victor Armas von VDRA Designs in SOLIDWORKS 2016 geschaffen.
Diese Pikachu Figur hat Victor Armas von VDRA Designs in SOLIDWORKS 2016 geschaffen.

 

Wenn Sie noch nichts von Pokémon Go gehört haben, müssen Sie aus Ihrer Höhle kommen und einen Blick auf die neue Welt werfen, in der Realität und Fantasie Eins werden. Der einstige Aprilscherz aus dem Jahr 2014, bei dem Google ein Video veröffentlichte, in dem Google Maps mit Pokémon verschmolzen war, ist zu einem sozialen Phänomen und einem enormen Zeitfresser geworden. Mit einem höheren Tagesverbrauch als Snapchat und Facebook (im Durchschnitt 43 Minuten pro Tag) wurde es bereits in der ersten Woche nach Veröffentlichung zur am häufigsten heruntergeladenen App im App Store von Apple.

Bei Pokémon Go begeben sich die Spieler in eine „erweiterte Realität“, in der sie Figuren wie Pikachu und Schiggy zu „fangen“ und zu trainieren versuchen, die sich scheinbar an vertrauten alltäglichen Orten verstecken, die in die Smartphone-App eingebettet werden. Die App bekam viel Lob, weil die Leute die Couch verlassen und sich aktiv auf die Suche nach den virtuellen Kreaturen begeben müssen. Das wirkliche Lob sollte jedoch der Tatsache gezollt werden, dass sie der breiten Masse die erweiterte Realität näherbringt und ihnen die Verquickung von realer und virtueller Welt schmackhaft macht.

Aber was ist die erweiterte Realität?

Als ehemaliger Journalist in der Tech-Branche beschäftige ich mich seit Jahrzehnten mit der „erweiterten Realität“ (Augmented Reality, AR) und der eng damit verwandten „virtuellen Realität“ (Virtual Reality, VR). Beide klingen unglaublich vielversprechend, haben jedoch bis heute keine wirklich nennenswerten oder praktischen technischen Anwendungen hervorgebracht. Bei der erweiterten Realität wird die wirkliche Umgebung mit computergenerierten Bildern oder Geräuschen überlagert (oder eben erweitert).

Die Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Produktentwicklung liegen auf der Hand. Ingenieure kennen die Vorteile der Erstellung virtueller Prototypen ihrer Produkte. Damit können Entwürfe in Simulationen geprüft werden, bevor sie gefertigt werden. Was wäre aber, wenn das virtuelle Produkt mit der realen Umgebung zusammengebracht werden könnte, um zu ermitteln, ob eine komplizierte Baugruppe in einem Werk montiert werden kann? Oder wenn einem Kunden gezeigt werden könnte, wie ein Produkt bei ihm zuhause aussehen würde, bevor es produziert wird?

eDrawings und AR: Seit 2013 ein Paar

Auf der SOLIDWORKS World 2013 wurde bekanntgegeben, dass eDrawings ein AR-basiertes Update veröffentlichen würde. Bei eDrawings handelt es sich um die Lieblingslösung vieler Ingenieure und Konstrukteure, die schnell und einfach Produktentwürfe zeigen und teilen müssen, darunter auch vollständige Baugruppen von Teilen in Originalgröße. Mit AR können Apps auch den Maßstab und Kontext virtueller Produkte akkurat wiedergeben.

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Das ist von wichtiger Bedeutung, denn egal ob Sie ein kleines Produkt wie eine Fernbedienung oder ein gigantisches Objekt wie ein Auto entwerfen: Auf dem Bildschirm Ihres Computers, iPads oder Telefons ist alles gleich groß. Natürlich können Sie den Arbeitsbereich maximieren. Trotzdem gibt es keine visuelle Referenz auf dem Bildschirm, um die wirkliche Größe und das Verhältnis zu Objekten in der echten Welt einzuordnen. Normalerweise wäre dies erst anhand eines physikalischen Modells möglich. Aber dann sind erschwingliche Anpassungen natürlich schon lange nicht mehr möglich.

Wäre es nicht großartig, wenn Sie Ihren Entwurf nehmen und ihn virtuell direkt vor sich auf den Tisch legen könnten, damit Sie ihn neben echten Produkten sehen, ihn drehen und wenden könnten und so ein Gefühl für die wirkliche Größe und Proportionen erhielten?  Und wie wäre es, wenn dies an jedem beliebigen Schritt des Entwicklungsprozesses und so oft Sie möchten möglich wäre?

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Genau dafür gibt es eDrawings. Es ist sowohl als Standard- als auch als Professional-Version für iOS und Android verfügbar, damit alle Teammitglieder – und auch Kunden und Partner – das Produkt in voller Größe sehen können und mit allen Beteiligten klar kommunizieren können. Mithilfe verschiedener Konfigurationen können Sie eine ganze Produktlinie in eDrawings laden. Anschließend können Sie AR verwenden, um eine spezielle Produktvariante vor Ihrem Kunden auf den Tisch legen.

Dank der AR-Möglichkeiten in eDrawings können Sie allen am Konstruktionsprozess Beteiligten ein realistisches Bild davon vermitteln, wie Ihr virtuelles Produkt in der realen Umgebung aussehen würde. Die scheuen Pokémon Figuren können damit jedoch noch nicht eingefangen werden.

AutorinBarbara Schmitz, Senior Brand Introduction Manager bei SOLIDWORKS – zum Originalartikel gelangen Sie hier.

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